Bärbel
Messmann
MILCHBLAU
2. Juni bis 30. Juli 2005
Die in der Ausstellung „Milchblau“ präsentierten neuen
Bilder der in Köln lebenden Künstlerin Bärbel Messmann umfassen
ein weites malerisches Spektrum: von ungegenständlicher Malerei über
vegetabile Motive bis zu Bildern, die sich dem Phänomen Farbe auch mit
begrifflichen Mitteln nähern. Verbindendes Element ist eine malerische Ästhetik
der Leichtigkeit, der Einfachheit und der Konzentration. Die ebenso minimalistischen
wie poetischen Tafeln lenken den Blick auf das Zusammenspiel zwischen den
meist flüssig aufge-tragenen malerischen Setzungen und dem weißen
Bildgrund. Farbverläufe, -überlagerungen und -nachbarschaften
werden nuancenreich sichtbar. Eine aufgehellte Palette zartfarbiger Mischtöne
prägt den Charakter der Bilder. In einigen kleinen Tafeln nimmt die
subtile Differenzierung der Farben die Form konkreter Begriffe an. Streng
typographisch gemalte Farbbezeichnungen wie „Fjordblau“ oder „Engelgrün“ lösen
Farberinnerungen aus und ent-wickeln im Zusammenspiel mit den sichtbaren
Farben den Charakter unauflösbarer Rätsel. Ein Begriff wie „Milchblau“ evoziert
eine Farbvorstellung, die als changierende visuelle Wahrnehmung in der Schwebe
bleibt. So erscheinen die Bilder von Bärbel Messmann weniger als
malerische Behauptungen, sondern vielmehr als Ergebnisse einer Erforschung
und Erprobung der Vieldeutigkeit ihrer bildnerischen Mittel.
Die Befragung der Wirkungen
erweitert sich über das einzelne Bild hinaus
auch auf die Wechselwirkungen der Bilder untereinander. Im bewußt
gestifteten Zusammenhang der Ausstellung verbinden sich die Arbeiten
zu einer vielstimmigen Polychromie.
Thomas von Taschitzki