Künstlerinnen
und Künstler
der Galerie:
Stephan Brenn
Piotr Dluzniewski
Brigitte Dunkel
Ulrich Görtz
Frank Herzog
Gabriele Horndasch
Katharina Jahnke
Bärbel Messmann
Gunter Reski
Kim Reuter
Ralf Schauff
Corinne Schneider
Barbara Schüttpelz
Rolf Steiner
Gabriele Horndasch
Lesezeichen
14. April bis 2. Juni 2007
Vernissage: Samstag, 14. April, 19 Uhr
Finissage: Samstag, 2. Juni, 19 Uhr
Gabriele Horndasch arbeitet hauptsächlich in den Bereichen Film, Photographie
und Installation, aber ihre Werk umfasst auch Zeichnungen, Skulpturen und
Collagen. Viele ihrer Arbeiten haben seriellen Charakter; ihr Augenmerk richtet
sich vor allem auf das Zusammenspiel von Material und Licht, Bewegung und
Stillstand, die Neuinterpretation und Rekombination vernachlässigter
und weggeworfener Dinge (so haben beispielsweise viele ihrer Filme und Filminstallationen
found footage als Ausgangspunkt), und jene Verknüpfung quasi haptischer ‚Präsenz’,
konservierter Interpretation und flüchtiger Vitalität, die sich
im projizierten Bild manifestiert. Obzwar ihre Arbeiten niemals offenkundig
politisch auftreten, hinterfragen sie gleichwohl häufig, wenn auch auf
subtile Weise, soziale und geschlechtsspezifische Rollenbilder und problematisieren
vorgefasste Vorstellungen und Ansichten. In ihren neuesten Arbeiten untersucht
sie das Mittel der Sprache in seiner Beziehung zu Bildlichkeit und Zeit.
Im Salon Comme ci Comme ça II zeigt Gabriele Horndasch erstmals eine Serie von Collagen, deren Ausgangsmaterialien sämtlich aus antiquarischen Büchern stammen – ‚Lesezeichen’, die von den einstigen Lesern irgendwann in ihre Lektüre gelegt und darin aufbewahrt (oder vergessen) wurden und dann durch das Buch in die Hände der Künstlerin gelangten. So entstand im Laufe der Zeit ein buntscheckiger Fundus von Materialien (Papier aller Art und Provenienz, aber auch Photographien, Blumen, Federn, Objekte etc.), aus dem Horndasch einzelne Fundstücke herausgreift und in ihren Collagen spielerisch zueinander in Beziehung bringt. Mementos, Dokumente, Kommentare, Ergänzungen, bewußt Ausgewähltes und zufällig ins Buch Geratenes – durch die künstlerische Überprägung und Umarbeitung spiegelt sich Biographisches in Geschichtlichem, vermischt sich Banales mit Tiefgründigem, verkehrt sich Beiläufiges zu Bedeutendem, wird Privates zu Öffentlichem und umgekehrt: es entsteht ein Netzwerk aus bildlichen und sprachlichen Elementen, das von den vielfältigen Zusammenhängen zwischen Aktualität und Vergänglichkeit, Auswahl und Wahllosigkeit, Erinnern und Vergessen – und Neu-Erfinden – erzählt.
Christoph Wilde
